Eine Studie des französischen Forschungsinstituts Inserm zeigt, dass bereits eine vorübergehende Reduzierung des Kosmetikkonsums ausreicht, um die Konzentration verschiedener chemischer Schadstoffe im Körper rasch zu senken. Das Experiment wurde mit rund einhundert Studentinnen im Alter von 18 bis 30 Jahren in Grenoble durchgeführt. Die Teilnehmerinnen schränkten die Verwendung von Hautpflegeprodukten fünf Tage lang ein und ersetzten ihre gewohnten Hygieneprodukte durch Alternativen ohne synthetische Phenole, Parabene, Phthalate und Glykolether.
Urinanalysen vor und nach diesem Zeitraum zeigten signifikante Rückgänge: -22 % bei Monoethylphthalat, -30 % bei Methylparaben und -39 % bei Bisphenol A (BPA), das in Frankreich seit 2005 in Kosmetika verboten ist. Die Forscher vermuten, dass die verbliebenen BPA-Werte auf Verunreinigungen während der Herstellung oder über die Verpackung zurückzuführen sind.
Laut Inserm bekräftigen diese Ergebnisse die Notwendigkeit strengerer Vorschriften für die Zusammensetzung von Hautpflegeprodukten und deren Herstellungsprozesse. Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das Europäische Parlament demnächst über eine Überarbeitung der Kosmetikverordnung abstimmen wird. Der Text wird von einigen Verbraucherverbänden kritisiert, die eine Schwächung des Verbraucherschutzes befürchten.
Sophie de Duiéry
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