Die französische Gesundheitsbehörde Public Health bestätigte diese Woche den ersten lokal erworbenen Fall des West-Nil-Virus auf dem französischen Festland im Jahr 2026. Der Patient infizierte sich im Département Pyrénées-Orientales.
Das Virus, das von Culex-Mücken – nicht der Tigermücke – übertragen wird, zirkuliert über Vögel, bevor es den Menschen erreicht. Diese Mücken stechen vorwiegend abends und nachts.
Dieser Fall verdeutlicht die anhaltende Ausbreitung des Virus in Frankreich: Im Jahr 2025 wurden 62 lokal erworbene Infektionen in sechs Regionen registriert, darunter drei neu betroffene Gebiete (Île-de-France, Auvergne-Rhône-Alpes und Normandie), was auf eine Ausbreitung nach Westen und Norden hindeutet. Der Trend ist in Europa ähnlich, mit mehr als 1.400 Fällen im Jahr 2024, hauptsächlich in Italien und Griechenland.
Das Bulletin enthält außerdem ein Update zu Krankheiten, die von der Tigermücke übertragen werden. Zwischen dem 1. Mai und dem 12. Juli wurden in Frankreich 69 importierte Fälle von Chikungunya, 215 Fälle von Denguefieber und 9 Fälle von Zika-Virus-Infektionen registriert. Lokale Übertragungen gab es bisher nicht. Im vergangenen Jahr führte ein außergewöhnlicher Ausbruch zu 809 lokal erworbenen Chikungunya-Fällen.
Die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mild. Die französische Gesundheitsbehörde (San Francisco Public Health) erinnert die Bevölkerung an die Schutzmaßnahmen: Tragen von Schutzkleidung, Verwendung von Insektenschutzmitteln, Moskitonetzen und -verneblern sowie, je nach Lage, gezielte Maßnahmen gegen Mückenlarven und -adulte.
Pascal Lemontel
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