Sie wachen morgens auf und sind bereits müde. Nicht die Müdigkeit nach einer unruhigen Nacht. Eine Erschöpfung, die sich schleichend über Wochen, manchmal Monate, eingeschlichen hat. Sie machen weiter, leisten Leistung, haken Aufgaben ab. Sie halten durch … aber etwas hat sich verändert: Die Energie ist weg, und die Motivation auch.
Was Sie erleben, könnte dem entsprechen, was manche Forscher als frühes Stadium eines Burnouts beschreiben: jener Moment, in dem sich das Burnout noch nicht vollständig manifestiert hat … aber Warnzeichen bereits vorhanden sind. Es ist keine Diagnose, sondern eine Einladung, innezuhalten und genauer hinzusehen.
Burnout entsteht nicht plötzlich. Es ist ein schleichender Prozess, der bereits in den 1970er-Jahren von dem Psychologen Herbert Freudenberger beschrieben und später von der Forscherin Christina Maslach formalisiert wurde. Ihr dreidimensionales Modell gilt bis heute als Standardwerk in der wissenschaftlichen Literatur. Dieser Prozess entwickelt sich still und leise, oft bei engagierten, gewissenhaften Menschen, die viel geben. Menschen, die gerade deshalb, weil sie so viel geben, das Burnout nicht kommen sehen.
Die ersten Anzeichen sind nicht das, was man vielleicht erwartet; es geht nicht unbedingt darum, in Tränen auszubrechen. Es ist zunächst eine Art schleichende Distanzierung: Man fühlt sich immer weniger mit den Dingen verbunden, die einem wichtig waren. Kollegen, Projekte, Verantwortlichkeiten … alles erscheint ein bisschen distanzierter, ein bisschen flacher, ein bisschen bedeutungsloser.
In Maslachs Modell ist eines der möglichen Anzeichen die sogenannte Depersonalisation: das Gefühl, Dinge automatisch zu tun, als würde man das eigene Leben von außen beobachten. Dieses Anzeichen betrifft nicht jeden, aber wenn es auftritt, verdient es Beachtung. Hinzu kommt eine stille Kompensation. Man hat den Eindruck, die Kontrolle zu behalten, sich festzuhalten. Doch in Wirklichkeit strengen wir uns immer mehr an, um die gleichen Ergebnisse wie zuvor zu erzielen. Von außen unsichtbar. Innerlich erschöpfend.
Wie können wir diese frühen Warnzeichen also erkennen?
Erster möglicher Indikator: Der Schlaf verschlechtert sich. Wir schlafen mit Gedanken an die Arbeit ein. Wir wachen um 3 Uhr morgens mit rasenden Gedanken auf. Hinweis: Schlafstörungen sind häufig und können andere Ursachen haben. Ihre anhaltende Wirkung in Kombination mit anderen Anzeichen sollte uns jedoch beunruhigen.
Zweites Anzeichen: Kleinigkeiten ärgern uns übermäßig. Eine E-Mail zu viel, ein zusätzliches Meeting … und die innere Reaktion ist viel heftiger, als die Situation rechtfertigt. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass unsere Ressourcen bereits stark erschöpft sind.
Drittes Anzeichen: Wir beginnen, uns zu isolieren. Wir lehnen Einladungen zum Mittagessen ab, antworten seltener auf Nachrichten, und die Außenwelt wird zu einer zusätzlichen Belastung.
Diese Anzeichen verdienen unsere Aufmerksamkeit. Nicht, um überzureagieren. Aber stellen wir uns ehrlich die Frage: Bin ich wirklich noch in der Erholungsphase?
Wenn Sie sich in dem Gesagten wiedererkennen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Ein Burnout lässt sich bei frühzeitiger Erkennung verhindern. Und ein Arzt kann Ihnen am besten helfen, Klarheit zu gewinnen. Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet nicht, aufzuhören, sondern einem Burnout vorzubeugen.
Céline MAGNANO
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